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Kurzzeitpflege

Viele pflegebedürftige Menschen werden von ihren Angehörigen, einer Nachbarschaftshilfe und/oder einem ambulanten Pflegedienst in der eigenen Wohnung – ambulant – versorgt. Die stationäre Kurzzeitpflege dient u.a. der Unterstützung pflegender Familienmitglieder, um diese kurzfristig zu entlasten. Man spricht in diesem speziellen Zusammenhang auch von Verhinderungspflege.

Der Bezirk Oberbayern übernimmt die Kosten für die Kurzzeitpflege im Rahmen der Sozialhilfe teilweise oder vollständig, wenn die Leistungen der Pflegeversicherung sowie das eigene Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen nicht ausreichen.

Gründe für Kurzzeitpflege können unter anderem sein:

  • Vorübergehend ist häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend – z. B. im Anschluss an eine stationäre Behandlung des Pflegebedürftigen in einem Krankenhaus oder wegen einer sonstigen Krisensituation.
  • Die pflegende Person fällt vorübergehend aus (z.B. wegen Krankheit oder Kur).
  • Die pflegende Person benötigt eine zeitlich begrenzte, aber umfassende Entlastung (Urlaub).
  • Die Versorgung und Betreuung im häuslichen Bereich ist vorübergehend nicht mehr möglich (z.B. bei plötzlicher Erkrankung des pflegenden Ehepartners oder Kindes, bei Tod oder Unfall der Pflegeperson).

Kurzzeitpflege nach § 39 c SGB V

Bei einer schweren Krankheit, wegen einer akuten Verschlimmerung einer Krankheit, nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten OP können die Leistungen der häuslichen Krankenpflege im Einzelfall nicht mehr ausreichen um die häusliche Versorgung sicherzustellen. Um diesen speziellem Bedarf gerecht zu werden, wurde ein eigener, zusätzlicher Anspruch in § 39 SGB V gesetzlich geregelt. Die zuständige Krankenkasse erbringt für eine Übergangszeit Leistungen zur Kurzzeitpflege in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung nach den Bestimmungen des § 42 SGB XI. Im Klartext bedeutet das, dass sich Leistungsdauer und Leistungshöhe nach dem Recht der Pflegeversicherung richten. Wichtige Voraussetzung: Es darf keine Pflegebedürftigkeit im Sinne des SGB XI vorliegen.

Leistungen der Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V sind grundsätzlich bei der zuständigen Krankenkasse zu beantragen. Dem Antrag muss eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung beigelegt werden, dass aufgrund einer schweren Krankheit oder einer akuten Verschlimmerung einer Krankheit ein Kurzzeitpflegeaufenthalt indiziert ist. Auch die voraussichtliche Dauer des Kurzzeitpflegeaufenthalts sollte aus der Bescheinigung hervorgehen. Die Antragsunterlagen müssen darüber hinaus belegen, dass Leistungen nach § 37 Abs. 1a SGB V (häusliche Krankenpflege) nicht ausreichend sind.

Der Bezirk Oberbayern übernimmt die Kosten für die Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V im Rahmen der Sozialhilfe teilweise oder vollständig, wenn die Leistungen der Krankenkasse sowie das eigene Einkommen und Vermögen des Leistungssuchenden nicht ausreichen.

Ansprechpartner/in

Regina Lengmüller
Telefon: 089 2198-26001
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