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Kategorie: Soziales
27.01.2017

„Nicht nur über Inklusion reden, sondern handeln“

Bezirk Oberbayern und Lebenshilfe Werkstatt München fördern Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt

Mit einem besonderen Projekt möchte der Bezirk Oberbayern mehr Menschen mit Behinderungen, die in einer Werkstatt arbeiten, den Wechsel auf den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Es beteiligen sich derzeit 16 Werkstätten.  Die Lebenshilfe Werkstatt München geht mit „VARIabel – Vielfalt im Arbeitsleben regional und individuell“ eigene Wege. Bei einem Fachtag informierte die Lebenshilfe über die Ziele beider Projekte.

Die Abkürzung BÜWA steht für „Begleiteter Übergang Werkstatt – allgemeiner Arbeitsmarkt“. Ins Leben gerufen haben das Gemeinschaftsprojekt 2014 der Bayerische Bezirketag, das Bayerische Sozialministerium, die Arbeitsagentur und das Integrationsamt. Aus allen sieben bayerischen Bezirken sollen 345 Menschen mit Behinderungen mitmachen – ein hochgestecktes Ziel. Derzeit beteiligen sich 16 oberbayerische Werkstätten mit 54 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Der Bezirk Oberbayern fördert das Projekt mit insgesamt ca. 2,8 Millionen Euro in drei Jahren. 

Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen den Wechsel auf den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dazu werden sie zusätzlich qualifiziert. und gefördert. BÜWA nimmt aber auch die Arbeitgeber ins Visier: Mit Aufklärung, Beratung, finanzieller Förderung und Öffentlichkeitsarbeit sollen sie für Inklusion in ihren Betrieben gewonnen werden. „Da brauchen wir uns nichts vormachen, diese Bewusstseinsbildung muss die Kernaufgabe aller Bemühungen sein, wenn wir Veränderung erreichen wollen“, sagte Bezirkstagsvizepräsidentin Friederike Steinberger jetzt bei der Veranstaltung der Lebenshilfe. Denn Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben sei nicht nur ein „Menschenrecht, sondern auch für jeden einzelnen Betrieb ein Gewinn“.

Die Lebenshilfe Werkstatt beteiligt sich nicht direkt am BÜWA-Projekt, sondern geht mit VARIabel einen eigenen Weg. Dazu kooperiert sie mit zwei weiteren Münchner Betrieben: der Werkstatt am Monsignore-Bleyer-Haus und der Caritas-Werkstatt in der Humboldtstraße. Von der Vernetzung erhoffen sich die drei Betriebe mehr Chancen für ihre Beschäftigten: Nicht zuletzt dank einer Förderung durch die Aktion Mensch, gibt es Mittel für mehr Personal und mehr Kurse sowie einen großen Firmenpool möglicher Arbeitgeber.

Einer davon ist die Gaststätte im Bayerischen Landtag. Dort sind Werkstatt-Beschäftigte beim Sonntagscafé im Service tätig. Auch beim Münchner Tierpark Hellabrunn hat die Lebenshilfe Werkstatt mehrere Beschäftigte auf Außenarbeitsplätzen im Einsatz. Sie pflegen unter anderem Wege und Außenanlagen. Laut Tierpark-Chef Rasem Baban ist diese Kooperation ein „sehr gut funktionierendes Arbeitsmodell gelebter Inklusion“. Es sei fest im Hellabrunner Arbeitsablauf eingebunden – „eine klassische Win-win-Situation“, sagte Baban.

Erste Erfolge kann auch das BÜWA-Projekt vermelden. Es gibt bereits sieben erfolgreiche Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige feste Verträge auf dem ersten Arbeitsmarkt – davon allein drei aus den Oberland-Werkstätten in Gaisach. Sie haben beispielsweise eine Bewerberin in einer Bäckerei untergebracht. Die Lebenshilfe Ingolstadt hat einen Mitarbeiter in eine feste Stelle beim Bauhof der Stadt Vohburg vermittelt – zur großen Freude aller Beteiligten. Für den jungen Mann ging so der Wunsch nach mehr Selbstständigkeit in Erfüllung. Denn: „Menschen mit Behinderungen wollen sich im Arbeitsleben genauso beweisen wie alle anderen Beschäftigten auch", sagte Bezirkstagsvizepräsidentin Steinberger und forderte: „Bitte nicht nur über Inklusion reden, sondern handeln.“ 

Weitere Informationen für die Medien bei Constanze Mauermayer
Telefon: 089 2198 90011
E-Mail: Constanze.Mauermayer@bezirk-oberbayern.de
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Constanze Mauermayer
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