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Presseeinladung

Sonntag, 02.04.2017 bis Dienstag, 25.04.2017
Fachberatung Heimatpflege, Michael-Ötschmann-Weg 4, 83671 Benediktbeuern

Neuanfänge nach 1945 im Wolfratshauser Forst

Kinderwelten in Föhrenwald und Waldram

An dem im Isartal gelegenen Ort verdichtet sich in besonderer Weise deutsche Kriegs- und Nachkriegsgeschichte: Errichtet als nationalsozialistische Siedlung für Rüstungsarbeiter war er später Zwischenstation für Überlebende der Todesmärsche des KZ Dachau sowie Auffanglager für jüdische „Displaced Persons“ und katholische Heimatvertriebene. Wie Kinder in diesen Lagern lebten, beleuchtet eine Foto-Dokumentation in der Fachberatung Heimatpflege in Benediktbeuern, die von 2. bis 25. April gezeigt wird.


Freundinnen in Föhrenwald Freundinnen im Föhrenwald, 1945-49
Mit dem Lager Föhrenwald entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Wolfratshauser Forst ein Auffanglager für jüdische Displaced Persons (DP). Es war das größte DP-Lager in Deutschland – und nach Bergen-Belsen das zweitgrößte in ganz Europa. Hier landete der „Rest der Geretteten“ – heimatlos gewordene Juden aus Polen, Litauen, Russland, Rumänien und Ungarn. Sie warteten auf die Ausreise und hofften, in einem anderen Land ein neues Leben beginnen zu können. Kinder spielten in Föhrenwald eine zentrale Rolle. Für die Überlebenden der Schoah bedeuteten sie in ganz besonderem Maß Hoffnung und Zukunft. So war die Neugeborenenrate in den DP-Lagern in den Jahren 1946 bis 1948 die höchste auf der ganzen Welt.
  
   Nachdem das Leben der Kinder in Föhrenwald bereits 2012 in einer Ausstellung beleuchtet wurde, zeigt die aktuelle Schau nun, wie aus Föhrenwald Waldram wurde. 1957 verließen die letzten jüdischen Bewohner Föhrenwald, und das Lager wurde als letztes der DP-Lager in Deutschland aufgelöst. Bereits 1955 gehörte es einem neuen Besitzer: Das Katholische Siedlungswerk hatte die Liegenschaft gekauft, um hier katholischen, kinderreichen Heimatvertriebenen ein neues Zuhause zu ermöglichen. Der Übergang von einem „Regierungslager für heimatlose Ausländer“ zu einer Siedlung für Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten verlief nicht ohne Spannungen.

Föhrenwald wurde in Waldram umbenannt und auch alle Straßen erhielten neue Namen. So wurde der Independence Place – der bis 1945 Danziger Freiheit hieß – in Waldram zum Kolpingplatz. Der Ort bekam eine stark christliche Prägung. Doch auch in Waldram verkörperten Kinder den Neuanfang in einer fremden Umgebung. Nach Flucht und Vertreibung wollten die „Siedler“ hier sesshaft werden. Durch Schule und Kirchengemeinde, Musikgruppen und Sportvereine gelang gerade über die Kinder eine schnelle und erfolgreiche Integration in der neuen Heimat Oberbayern. Die Fotodokumentation zeigt, wie es war, in den 1950er und 1960er Jahren als Kind von Displaced Persons oder von Heimatvertriebenen im Isartal aufzuwachsen. Sie macht erstaunliche Parallelen, aber auch typische Unterschiede der beiden Kinderwelten sichtbar.

Ausstellung: bis 25. April 2017
Fachberatung Heimatpflege, Michael-Ötschmann-Weg 4, 83671 Benediktbeuern
geöffnet So 11-16 Uhr, Di und Sa 13-16 Uhr und Sonderführungen nach Vereinbarung. Die Räume sind barrierefrei zu erreichen, der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit von Bezirk Oberbayern, dem Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald und dem Historischen Verein Wolfratshausen.

 

Weitere Informationen für die Medien bei Kerstin Schwabe
Telefon: 089 2198 90013
E-Mail: Kerstin.Schwabe@bezirk-oberbayern.de

Bildmaterial zum Download

Freundinnen im Föhrenwald, 1945-49

Copyright: United States Holocaust Memorial Museum

Download Foto (PNG 1,4 MB)

Freunde in Waldram, 1959

Foto: Privatbesitz

Download Foto (PNG 1,6 MB)

Talmud-Tora-Klasse in Föhrenwald, ohne Datum

Copyright: Yad Vaschem Archives

Download Foto (PNG 2,7 MB)

Kommunionkinder in Waldram, um 1960

Foto: Privatbesitz

Download Foto (JPG 4,2 MB)

Download gesamtes Bildmaterial als zip (ca. 9.8 MB)

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Ansprechpartner/in

Kerstin Schwabe
Pressestelle: Kultur, Umwelt, Heimatpflege
Telefon: 089 2198-90013
E-Mail schreiben Visitenkarte (vcf, 1kB) Zur Kontaktseite

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