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Donnerstag, 08.02.2018, 15 Uhr

Kloster Seeons neue Kleider

Das Kultur- und Bildungszentrum bekommt neue Dienstkleidung

Verschmitzt steckt Alexander Wandinger den Florring auf den Finger, der sich ihm entgegenstreckt. „Bin ich jetzt verheiratet?“, lacht Jennifer Osteadal, die im Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon Hotelfachfrau lernt. „Na klar!“, gibt Wandinger zurück. Der so genannte Florring ist das I-Tüpfelchen der neuen Arbeitskleidung in Kloster Seeon. Er wird künftig das Halstuch – den „Flor“– zusammenhalten, mit dem alle Mitarbeiter des Tagungshotels ausgestattet wurden.
Alexander Wandinger und Jennifer Osteadal Alexander Wandinger vom Trachten-Informationszentrum macht die letzten Änderungen an der neuen Arbeitskleidung von Jennifer Osteadal vom Kloster Seeon

In kräftigen Farben von rosa bis grün leuchten die Tücher und harmonieren mit bunt schimmernden Westen und Spenzern. Ergänzt wird das neue Dienst-Gewand durch schwarze beziehungsweise blaue Jeanshosen, weiße Hemden und graue Trachtenjacken für die Männer und schwarze Jeans und Röcke sowie weiße Blusen und ebenfalls graue Trachtenjacken für die Frauen. Alexander Wandinger, Leiter des Trachten-Informationszentrums des Bezirks Oberbayern in Benediktbeuern, ist für diesen Tag nach Seeon gekommen, um die Anlieferung und Anprobe der neuen Kleidung zu begleiten. In einem eigens hergerichteten Raum des Tagungszentrums hängen auf Garderobenstangen rund 50 rote Kleidersäcke, in denen jeweils ein komplettes Outfit auf den neuen Träger wartet – angefertigt von einem Trachtengeschäft aus Garmisch-Partenkirchen. Auf einem Tisch liegen säuberlich aufgereiht die dazugehörigen Halstücher und Florringe aus, die bei festlichen Anlässen getragen werden sollen. Und in einer Ecke wurde außerdem extra eine improvisierte Umkleidekabine aufgebaut – für diejenigen, die ihr neues Gewand gleich einmal anprobieren wollen.

Individuell ausgesuchte Farben

Perfekte Organisation also, wie es sich für ein erstklassiges Tagungshotel gehört. Entsprechend zügig klappt es auch mit der Abhol-Aktion, zu der die Hotelmitarbeiter zeitlich gestaffelt in kleinen Grüppchen erscheinen. Eine Mitarbeiterin greift freudig nach dem Kleidersack, in dem ihr neues Outfit steckt. Dann nimmt sie die Halstücher in zwei unterschiedlichen Farben entgegen, die Elfriede Schäffler vom Trachten-Informationszentrum individuell passend zum Oberteil für sie ausgesucht hat – wie für das gesamte Team von Kloster Seeon. Sie lächelt. „Darf ich ehrlich sein? Ich bin so froh, dass wir unsere altbackenen Klamotten endlich loswerden. Die waren so schrecklich!“ Sie meint damit die schwarzen Anzüge samt weißen Blusen beziehungsweise Hemden, die alle Servicekräfte im Hotel bislang trugen. Schon lange stimmten Passform und Qualität nicht mehr.

 Dem Leiter von Kloster Seeon, Gerald Schölzel, war es daher seit seinem Amtsbeginn vor rund zwei Jahren ein Anliegen, seine Mitarbeiter neu auszustaffieren. Umso mehr, seit sich vor zwei Jahren die CSU-Bundestagsfraktion Kloster Seeon als neuen Ort für ihre Winterklausur ausgesucht hat und das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks seither jeden Januar durch alle Medien geht. Für Schölzel ein willkommener Anlass, um den Kontakt zum Trachtenfachmann des Bezirks zu suchen, damit dieser ihm bei der Suche nach einer neuen, angemessenen Dienstkleidung hilft. „Wir wollten für Kloster Seeon eine Kleidung, die unsere Region widerspiegelt, und da war das Trachteninformations-Zentrum genau der richtige Ansprechpartner“, erklärt Schölzel.

 Zusammen mit Wandinger entwickelte er nach und nach die neue Dienstkleidung für das Haus. Die Anforderungen waren hoch. Die Sachen sollten dem Charakter des Hauses und der Region entsprechen, eine hohe Qualität aufweisen, zeitgemäß und zugleich funktionell sein und den künftigen Trägern sowohl optisch als auch in Bezug auf die Arbeitstauglichkeit zusagen. Hinzu kam, dass nicht nur das Personal von Tagungsbetrieb, Service und Rezeption neu eingekleidet wurde, sondern auch die Küchenmannschaft. Ihre neue Kleidung sollte die hohe Qualität der Hotelküche widerspiegeln. „Vorher wurden dort ja zum Teil sogar Plastikschürzen getragen. Das passte einfach nicht“, findet Wandinger

 Dezentes Logo auf der Seitentasche

 Umso aufwendiger war es, für alle das richtige Outfit zu finden. Rund ein Jahr lang dauerte der Prozess, in den die Mitarbeiter von Kloster Seeon intensiv eingebunden waren und ihre Wünsche einbringen konnten. So wurden für die weibliche Belegschaft extra Hose und Rock kreiert, um allen Bedürfnissen entgegen zu kommen. „Wichtig war: Wir wollten weder eine beliebige Dienstuniform noch ein verkitschtes Oktoberfest-Outfit, sondern eine zeitgemäße Kleidung mit Trachten-Anklängen, die den Anforderungen eines Hotelbetriebs entspricht“, bringt es Wandinger auf den Punkt.

 Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Jennifer Osteadal hat in der Kabine Bluse, Spenzer und Rock angezogen und schlüpft jetzt noch in die graue Jacke aus Wollstoff, auf deren Seitentasche dezent das Logo des Bezirks Oberbayern angebracht ist. Sie dreht sich vor dem Spiegel. „Schaut super aus“, findet sie und Alexander Wandinger stimmt ihr begeistert zu. Nicht alle ihre Kollegen sind von Anfang an so euphorisch. Einige Damen klagen, dass ihre Röcke am Bund zu weit geschnitten sind, und eine Mitarbeiterin mit Kurzhaarschnitt ruft beim Anblick ihres Halstuchs sogar entgeistert: „Was, rosa? Für mich? Um Himmels Willen!“ Alexander Wandinger aber ist überzeugt, dass sich das anfängliche „Fremdeln“ mit dem neuen Gewand bald legen wird. Spätestens dann, wenn die Röcke nachgebessert sind. Und das rosa Flortuch? Wandinger lächelt: „Das steht der Dame ganz ausgezeichnet!“

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Ansprechpartner/in

Ulrike Graßl
Pressestelle: Bildung
Telefon: 089 2198-90012
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